Für Arash Raffat begann Integration mit Bewegung. Heute schafft er mit seinen eigenen Bildern neue Verbindungen. Für die Website von Coubertin meets Dunant hat Arash die Animation auf der Seite des Refugee Programmes gezeichnet und animiert. Was für andere ein digitales Element ist, erzählt auch etwas über seinen eigenen Weg: Ein junger Mann, der nach seiner Flucht aus Afghanistan über den Breakdance seinen Platz in der Schweiz gefunden hat und heute seine Kreativität nutzt, um Geschichten zu erzählen.
1996 in Herat, Afghanistan, geboren, verliess Arash 2017 seine Heimat und gelangte über Griechenland in die Schweiz. Seit 2023 lebt er in Bern und arbeitet als Elektriker. Doch seine Zukunft sieht er nicht nur in seinem Beruf. Neben der Arbeit entwickelt er seine kreativen Fähigkeiten weiter – mit dem Ziel, eine Ausbildung zum Mediamatiker EFZ zu machen und langfristig als Regisseur eigene Animationsfilme zu realisieren.
Seinen ersten Zugang zu einer neuen Gesellschaft fand Arash über den Breakdance. Die Tanzszene wurde zu einem Ort, an dem Herkunft, Sprache und Vergangenheit weniger wichtig waren als Bewegung, Musik und die gemeinsame Leidenschaft.
«90 Prozent der Menschen, die ich in der Schweiz kennengelernt habe, habe ich durch Breakdance getroffen.»
Für Arash ist Breakdance deshalb weit mehr als Sport. Es ist Gemeinschaft, Ausdruck und eine Sprache, die keine Übersetzung braucht. In der offenen Hip-Hop-Kultur fand er Menschen, baute Beziehungen auf und gewann Schritt für Schritt das Gefühl, in der Schweiz anzukommen.
«Durch Breakdance habe ich Menschen gefunden. Es hat mir geholfen, in der Schweiz anzukommen und meinen Platz zu finden.»
Heute gibt Arash diese Erfahrung als Breakdance-Trainer weiter. Gleichzeitig hat er mit der 3D-Animation eine neue Form des Ausdrucks entdeckt. Was als Neugier begann, wurde zu einer Leidenschaft – und zu einer möglichen Perspektive für seine Zukunft.
Mit seiner Arbeit für Coubertin meets Dunant verbindet Arash nun beides: Kreativität und die Erfahrung, selbst einmal auf der Suche nach einem neuen Platz gewesen zu sein. Seine Animation macht die Refugee Programmes sichtbar – und gleichzeitig wird seine eigene Entwicklung sichtbar: vom Jugendlichen, der über Bewegung Anschluss fand, zum Künstler, der heute selbst etwas gestaltet und weitergibt.
Arash’ Geschichte zeigt, was entstehen kann, wenn Menschen nicht nur Unterstützung erhalten, sondern auch die Möglichkeit bekommen, ihre eigenen Talente einzubringen. Integration bedeutet für ihn nicht, seine Vergangenheit hinter sich zu lassen. Sie bedeutet, etwas Neues daraus entstehen zu lassen.
Aus Bewegung wurde Gemeinschaft. Aus Kreativität wurde eine Perspektive. Und aus einem persönlichen Talent ein Beitrag für andere.